Reisewarnung – Branchenvertretung für den Mittelständischen Tourismus spricht von „Bankrotterklärung“

Artikel in fvw von Michael Krane vom Donnerstag, 11. Juni 2020

Der ASR (Allianz Selbständiger Reiseunternehmen) schlägt Alarm wegen der Verlängerung der Reisewarnung für 160 Länder und kündigt einen ungewöhnlichen Schritt an, um das Auswärtige Amt zum Einlenken zu bewegen.

ASR-Präsident Jochen Szech ist außer sich: „Die unbegründete pauschale Verlängerung der Reisewarnung für alle Nicht-EU- oder Schengen-Staaten zieht Hunderten von mittelständischen Unternehmen endgültig den Boden unter den Füßen weg.“

In mehr als drei Monaten Corona-Krise sei es nicht gelungen, eine Risikoabwägung nach Ländern und Regionen zu erstellen. Zahlreiche Destinationen wiesen keine oder nur noch geringe Infektionszahlen auf.

„Neuseeland ist Corona-frei, in NRW gibt es aktuell noch immer 1400 Infizierte. In British Columbia sind weniger als 200 Einwohner infiziert – in Bayern mehr als sechsmal so viele Menschen“, rechnet Szech vor. „Wieso soll dann ein Urlaub in Deutschland sicherer sein? Wieso glauben Außen- und Innenministerium, sie könnten eine ganze Branche und Millionen Urlauber für dumm verkaufen?“

Der Verband befürchtet, dass Hunderte von Reiseveranstaltern den Sommer komplett abschreiben müssen, da die Reisewarnung in ihrer jetzigen Form Veranstalter-Reisen faktisch unmöglich mache. Das sei nichts anderes als „die Bankrotterklärung des Auswärtigen Amtes“. Die Entscheidung werde zur Insolvenz von Hunderten von Veranstaltern führen, befürchtet Szech.